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Nachtfalter Walter

In meinem Garten, da saß Walter

Von Herkunft war er Nachtes Falter.

Saß da, der Walter und er lachte.

Ich fragte ihn was er hier machte

„Walter hau ab, es ist schon hell!

Flieg heim ins Nest, flieg aber schnell!“

 

Walter hüpft nur im Baum herum,

Mein Gott, wie ist der Falter dumm!

„Will heut mich in der Sonne aalen,“

hör ich den Falter Walter prahlen.

„Du wirst den Tod Dir hier noch holen“

sag ich, „die Sonn wird Dich verkohlen“

 

Er klettert rauf bis hin zum Baumeswipfel,

Und treibt den Übermut auf seinen Gipfel.

Da flattert er und schreit: „Juchhe, Juchhu“

„So pass doch auf,“ ruf ich ihm zu

Da kommt ein Vogel angeflogen,

Hat Walter aus dem Baum gezogen.

 

Fast aufgespießt wie auf ner Gabel,

Sitzt Walter fest, im Vogelschnabel.

Im Vogelnest schon Junge warten,

Auf Walter, den besonders Zarten.

In tausend Stück ham’s ihn zerrissen,

Nachfalter sind ein Leckerbissen!

 

Gefüllt sind nun die Vogelkehlen,

Doch Walter der wird mir hier fehlen.

D’rum sag ich jetzt zu jedem Falter:

„Schau gut, dass Dir’s nicht geht wie Walter!

Bist Du nur für die Nacht gemacht,

versteck Dich wenn die Sonne lacht.“

                 

Der Regenwurm

 

Es war einmal ein Regenwurm,

der hatte Angst bei einem Sturm.

 

Da kroch er rein in unsere Stadt.

Prompt  fuhr ihn fast ein Auto platt.

 

Er macht sich auf zum großen Wald.

Doch dort war’s finster und zu kalt.

 

Probiert er’s halt da d’runt am Weiher.

Oh, in dem Schilf da wohnt der Reiher!

 

Er wollte ruhn dort auf der Wiese.

Die Kuh sprach: „Schnell ich Dir’s verdrieße“

 

Seither wohnt drin er im Kompost,

frisst dort Vergorenes...Na Prost!

 

Und die Moral von der Geschicht?

Die find ich derweil selber nicht.

              

Die Raupe

Quer übers Rosenblatt da krabbelt

Ne kleine Raupe und die brabbelt:
 

„Oh könnt ich sein ein Schmetterling,

Ach das wär Klasse,  wenn das ging.


Bräucht nicht mehr auf dem Bauche kriechen

Und könnt an jeder Blüte riechen.“
 

Da ruft der Wurm aus seinem Loch:

„Ein Schmetterling, das wirst Du doch!
 

Du brauchst Dich dazu nur verpuppen,

dann kannst Du aus der Haut Dich schuppen.“
 

„Nein, aus der Haut raus will ich nicht!

Die steht mir so gut zu Gesicht.“
 

So spricht die Raupe und verzagt,

Der Wurm den Blick nach oben wagt.
 

Die Liebe - wie ein Wirbelsturm

Trifft da die Raupe und den Wurm.
 

Sie tun sich auch sofort verloben,

Herr Wurm wohnt d’runt, Frau Raupe oben.
 

Drei große Käfer waren Gäste

Alsbald zu ihrem Hochzeitsfeste.
 

Flittern tun sie den ganzen Winter

Im Frühjahr kommen 13 Kinder.
 

Halb Wurm, halb Raupe, kommen’s raus

Lang, bunt, mit Flügeln – so sehn’n aus.
 

Der Körper haarig, die Haut ist bunt

Die Köpfe, die sind kugelrund.
 

Wie lange Würmer fliegen sie rum

Erfreuen damit so sehr ihr Publikum
 

Sie werden richt’ge Himmelsstürmer

Man nannte sie: die Schmetterwürmer.

                

Die Blattlaus

Auf dem Blatt sitzt die Laus

saugt sich da den Saft heraus


da hol ich mir schnell  Spüll

weil ich das nicht will


Spüll bringt mir weiche Hände

und der Laus das frühe Ende

                 

Der Lilienkäfer    

Im Garten wohnt ein Lilienkäfer

ich wollt er wäre ein Siebenschläfer


dann würde er im Sommer pennen

anstatt hin zu den Lilien rennen


Denn dieses saudumme Geschöpf

frisst von den Lilien nur die Köpf


die bunten Knospen nagt der Bengel

mir bleiben nur noch leere Stängel


sähe ich sie doch so gerne blühen

ich hab's  dem Käfer nie verziehen

               

 

Notfall

©12.2006 Steffi Melakka

Eines Abends Anfang Oktober, hatte ich gerade noch in der Küche zu tun. Aufgeregt kam mein Mann: „Wir haben einen Notfall im Keller“ – ich rannte los und da saß der Notfall. Ängstlich zitternd in die Ecke der Kellertreppe gepresst. Ein kleiner Igel, der sich wohl die Treppe runter verlaufen hatte.

Auf der Kehrschaufel brachte ich ihn hinauf zur Terrasse. Dort bekam er Wasser, Äpfel und eine vegetarische Brotaufstrichpaste (was anderes hatten wir nicht da und ich dachte, das merkt der nicht, denn die schmeckt wie Leberwurst ;-.))

Tatsächlich hat es geklappt und er machte sich gierig über die Paste her – die Äpfel wurden ignoriert. Der arme Kerl war total erschöpft und hungrig. Nachdem er ein halbes Töpfchen Paste verschlungen hatte, marschierte er unter den Wasserbottich, hinein in den wärmenden und schützenden Efeu. Wir waren erleichtert, denn da drunter konnte nichts passieren und so der Igel sich warm und ungestört für seinen weiteren Weg erholen.

Denkste! Spät Abends gurkte er wieder auf der Terrasse herum, zielstrebig auf die Treppen zum Keller zu. So klein und keck und doch sehr müde und erschöpft. Da haben wir ihn zur Sicherheit in einen Transportkäfig mit viel Heu gesteckt und ins Haus geholt, damit er nicht Schaden nimmt. Er hat dann noch mal etwas Paste und ein Ei bekommen.

Heute morgen war der ganze Teller weg. Igel hat ihn sich unters Heu geschleppt und selig daneben geschnarchelt J))

Jetzt werde ich ihn aufpäppeln und sobald er wieder zu Kräften gekommen ist, wieder rauslassen, damit er sich ein schönes Plätzle für den Winter suchen kann und vorher noch ausgiebig Schnecken schmatzen.

Im Internet habe ich mich dann über Igelpflege kundig gemacht. Wir sind dann laut Anweisung gleich los um Katzenfutter zu kaufen. Natürlich vom Feinsten, denn "Fresssack", so nannte ich den kleinen Kerl, sollte es an nichts mangeln. Dazu noch Trockenfutter und Hundezahnpflege Beißer für die Zähnchen.

Es kam dann auch noch der unangenehme Teil, Zecken entfernen. Das gefiel mir nicht und Igelchen erst recht nicht. Er rollte sich ein und es daurerte drei Tage bis ich alle 28 Zecken, die der Kleine mit sich schleppte, entfernt hatte. Jeden Tag hat er dabei mehr seine Stachelchen aufgestellt und am letzten Tag so richtig spitz gemacht. Da war ich froh, dass die letzte Zecke entfernt war, und ich das Stacheltier nicht mehr hochnehmen mußte.

Volle drei Wochen wurde er von mir gehegt und gepflegt. Er kam nur unter seinem Heuhaufen heraus, wenn er Hunger hatte. Nachdem er schmatzend sein Töpfchen leer gefressen hat, ging es immer sofort wieder ins warme Nest.

Endlich nach drei Woche wurde er mobil. Es scharrte und schepperte die halbe Nacht. Dass so ein kleiner Kerl soviel Lärm machen kann habe ich nie gedacht. Er war wie ausgewechselt, kaum noch in seinem Käfig zu halten.

Mittlerweile wog er fette 750g und es war an der Zeit - es war die letzte Woche im Oktober - ihn in die Freiheit zu entlassen. Vor der Regentonne und dem Efeu stellten wir dazu den offenen Käfig auf. Und schwups, schon war Fresssack in der Freiheit. Natürlich nicht ohne sich noch schnell das Töpfchen Katzenfutter mit Lachs einzuverleiben. Mit flinken Füßchen sauste er danach unter die Regentonne und versteckte sich zwischen dem Efeu.

Von jetzt ab hat er jeden Abend sein Schüsselchen Katzenfutter, ein Schüsselchen Trockenfutter und ein Schüsselchen Obst, vertilgt. Dabei schmatze er jedes mal so laut, dass wir ihn bis zur Terrasse hören konnten. Nach ca. zwei Wochen blieb dann das abendliche Schmatzen aus. Fresssack hat sich wohl auf den Weg zu einem passablen Winterquartier gemacht. Gut gestärkt und mit Katzenfutterwinterspeck bin ich sehr zuversichtlich, dass er heil und gesund über den Winter kommt. Und vielleicht, im nächsten Frühjahr wird er wieder mal vorbei schauen. Ein paar Döschen Katzenfutter habe ich jedenfalls jetzt immer daheim - falls mal wieder so ein Notfall auftaucht.

 Das kleine Igelkind Fresssack
Das kleine Igelkind Fresssack :-) Die Milch hat er übrigens nicht zu trinken bekommen, die stand nur zu Fotozwecken. Ansonsten gab es Wasser.

 

 

 

 

 

12.01.2006© Steffi Melakka alle Rechte vorbehalten. Alle Artikel, Gedichte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht Veröffentlichung, Druck, Zitate nur nach vorheriger Genehmigung, ausschließlich über Steffi Melakka. Hinweise dazu finden sie im Impressum

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 23.12.2006