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Namensverwandtschaft - Seelenverwandtschaft?
Melakka - Stadt in Malaysia und Melakka Steffi - Frau in Schwaben

Es ist schon einige Jahre her, dass ich mit meinem Mann zusammen in Malaysia war. Mein Mann war dort auf Dienstreise und ich durfte ihn begleiten. Er war schon 14 Tage dort, als ich hinterher geflogen bin. An einem Mittwoch kam ich in Kuala Lumpur, der Hauptstadt an. Wir wohnten in einem Hochhaus einer Wohnanlage im 23 Stock. Der Ausblick  auf die Skyline der Stadt war traumhaft. Eine wenig wie in Tausend und einer Nacht kam ich mir vor. Versetzt in eine wahre Wunderwelt.

Am Samstag nach meiner Ankunft, war ein Ausflug nach Melakka, einer Küstenstadt am indischen Ozean, direkt am Eingang der Straße von Malakka, geplant. Malakka, bekannt als die Stadt der Eroberer und Piraten. Denn von diesem strategisch ideal gelegenen Stützpunkt hatte man die Macht, den gesamten Schiffsverkehr, der durch die Straße von Malakka weiter Richtung Indonesien, Sumatra und Australien ging, zu kontrollieren.

Kaum hatten wir auf einer modernen Autobahn, die Metropole verlassen, ging es vorbei an kleinen Siedlungen mit Blechhütten und dann mitten durch den Urwald. Draußen hatte es ca. 40 Grad und eine Luftfeuchtigkeit von über 80%. Im Auto war es angenehm kühl. Auf der ganzen Fahrt hatte ich, so glaube ich wenigstens, den Mund weit offen. So malerisch, romantisch und so ganz anders als gewohnt. Palmen, gigantische Affenbrotbäume und farbenprächtige Blüten. So, dachte ich bei mir, genau so muss es im Paradies ausgesehen haben.

Am späten Vormittag kamen wir in Malakka an. Und ebenfalls paradiesisch fanden wir einen Parkplatz, direkt vor Beginn der Altstadt. Staunend machten wir uns auf den Weg zur Besichtigungstour. Malakka war, nach seiner Entdeckung, zuerst in portugiesischer Hand. Bald jedoch wurde es von den Holländern in Beschlag genommen und weiter ausgebaut. Aus einem kleinen Fort wurde so eine Stadt der holländischen Eroberer. Fanden wir in der Innenstadt hauptsächlich die obligatorischen Asiatischen Häuser, ein Stockwerk und zur Straße hin ein Ladengeschäft oder Handwerksbetrieb, so veränderte sich das Stadtbild, je weiter wir hin zum Meer kamen.

Die Altstadt von Malakka mit ihren typischen Geschäftsstaßen
Eine typische Hauptgeschäftsstraße in Malakka

Wir sahen dann die roten Backsteinbauten, die ganz typisch für die Baukunst der Holländer waren. Auf den Hauptstraße bestaunten wir malaysische Rikscha Fahrer, die unermüdlich in die Pedale traten um Touristen zwischen den Sehenswürdigkeiten hin und her zu fahren. Ein Fluss schlängelte sich seitlich an der Straße Richtung Küste entlang . An den Ufern dieses Flusses konnten wir, auf einer Brücke stehend, Warane beobachten. Die sahen aus wie kleine Drachen. Die größten davon waren so ungefähr einen dreiviertel Meter hoch und ich war froh, gelesen zu haben, dass die hier vorkommenden Warane reine Pflanzenfresser sind. Denn ganz geheuer waren mir diese Urtiere nicht. Deshalb beruhigte es mich auch, dass der Fluss hohe Steilufer hatte, und die Warane unten am Sandufer lebten.

Auf einer Stadtkarte hatten wir uns mehrere Sehenswürdigkeiten ausgesucht, die wir nun abmarschierten. Wir überquerten die Hauptstraße und bogen in ein Außen - Viertel ein, wo wir einen alten holländischen Friedhof besuchen wollten.  Dieser Friedhof lag idyllisch vor uns. Von einem alten, schmiedeeisernen Gitter umgeben, dass weiß gestrichen war.. Es standen große Bäume da, wie ich sie noch nie gesehen habe. Gefiederte Blätter mit dunkelroten Blüten. Einfach wunderschön. Es sah für mich aus, als läge dieser Friedhof in einem Dornröschen Schlaf. Auf dem Gelände, das völlig mit dem typischen asiatischen Gras überwachsen war, standen oder lagen die alten, teilweise halb zerfallenen Grabstätten. Ebenfalls weiß gestrichen und die Steine darauf teilweise zerfallen. Einige Grabtafeln waren nur so in die Erde gelegt worden, ohne gemauerte, ja fast kleine Mausoleen. Die Einzelnen Steine standen nicht mehr in Reih und Glied geordnet, sondern wie graue Kleckse auf sattem grün. Die Wege, nein eher mehr Trampelpfade durchzogen dieses Gräberfeld wie Pinselstriche.

Wir mussten den Friedhof der Länge nach abgehen, um dann seitlich durch ein schmiedeeisernes Tor, eintreten zu können. Ich wusste nicht so recht, ob es an der für mich ungewohnten Hitze lag, oder an der Atmosphäre die der Friedhof ausstrahlte. Doch in dem Moment, als ich eingetreten war, fühlte ich mich ganz merkwürdig. Die Wege, die Grabsteine dazwischen, es sah aus, als wäre dies alles kunstvoll drapiert worden. Wunderschön! Romantisch und ich glaubte zu spüren, dass dieser Friedhof die Kraft eines verwunschenen Ortes ausströmte. Geheimnisvoll und magisch und doch war es heiter und bunt.

 
Der Friedhof und einer dieser wundervollen Bäume

Sehr vorsichtig, um diesen andächtigen Ort nicht zu stören, gingen wir über die Wege zu den Grabsteinen. Bei manchen war die von Hand eingehauene Schrift nicht mehr lesbar, bei anderen wiederum immer noch scharf und deutlich sichtbar. Wir erreichten einen den Steine, die noch relativ gut erhalten waren. Dieser Grabstein war auch noch nicht so verblasst wie manch anderer.  Dieser Stein faszinierte mich. Ich trat näher, um zu lesen wer da im Tode noch geehrt wurde. Es war der Grabstein einer Frau. Mehr stand da nicht. Ihr Name und das Jahr in dem sie starb.

 
Das Grab bzw. der liegende Grabstein dieser Frau

Dejavu?

Als ich so die Innschrift betrachtete, war ich auf einmal in einer anderen Welt. Wie ein Film lief es vor meinen Augen ab. Ich sah eine Gruppe Menschen, wie sie sich, vom Meeresufer her, mühsam einen Weg durch den wilden Dschungel schlugen. Sie waren bei weitem nicht so elegant gekleidet, wie wir das aus den Abenteurerfilmen her kennen. Schweiß rann ihnen in Strömen über die schmutzigen und von der Anstrengung gezeichneten Gesichter. Es waren Männer und Frauen, die sich da jeden Meter ins Landesinnere schwer erkämpften. Umschwirrt von aufdringlichen Moskitos und umgeben von giftigen Reptilien.

Dies sah ich nur in einer kurzen Blende. Dann fand ich mich in einem dieser roten Ziegelhäuser wieder, welche sich die Kolonialherren hier gebaut hatten. Es war ein stattlicher Herrensitz und ich befand mich in einer riesigen Eingangshalle vor einer breiten Treppe ins obere Stockwerk. Von meinem Posten aus konnte ich dort oben ein aufgeregtes und eiliges hin und her der Dienerschaft beobachten. Oben an der Treppe standen ein paar Herren in dunklen Anzügen und ihre in lange, wallende Roben gekleideten Ehefrauen. Und ich hörte eine Frau schreien, dachte daran, dass dieses arme Geschöpf erst gerade mal 18 Jahre alt war. Mir war klar, diese Frau wurde von unermesslichen Schmerzen geplagt. Sie schrie ganz erbärmlich. Immer und immer wieder und die Diener rannten wie Ameisen hin und her. Mit einem Mal hörten diese gepeinigten Schreie auf. Ganz ruhig wurde es. Die noch immer oben stehenden Herrschaften wurden schlagartig still. In diese Stille hinein erklang auf einmal der Schrei eines Neugeborenen. Ich sah, wie sich die Mienen der Anwesenden, zu einem Lächeln entspannten. Fröhlich klopften Sie einem etwa Mitte zwanzig Jahre alten Mann auf die Schultern. Dies war, wie ich sofort wusste, der Vater des eben geborenen Kindes.

In dies heitere Gratulationsszene trat eine Dienstbotin, die den jungen Vater beiseite nahm und ihm etwas ins Ohr flüsterte. Bei dem Gedanken, dass dieses Flüstern nichts Gutes bedeutete, stand ich unvermittelt wieder auf dem Friedhof. Leider konnte ich deshalb auch nicht mehr in Erfahrung bringen, was dem jungen Vater da zugeflüstert wurde. . Im ersten Moment war ich wohl sehr verwirrt. Doch dann setzte ich mir den Sonnenhut auf, den ich am Vormittag erst erstanden hatte. In der vollen Überzeugung, ich hätte wohl zuviel Sonne abbekommen, haben wir nach kurzer Rast unsere Tour fortgesetzt.

Als nächstes stand eine alte holländische Kirche auf dem Programm. Diese stand nur wenige hundert Meter von dem Friedhof entfernt und lag auch noch günstig auf unserem weiteren Weg zur ursprünglichen Festung. Als wir die Kirche betreten hatten, wurde mein Blick sofort wie magisch auf eine der vielen dort aufgehängten Tafeln gelenkt. Von dieser Tafel nun schaute mir das Gesicht des jungen Vaters, den ich kurz zuvor in meinem Tagtraum gesehen hatte, entgegen. Sofort habe ich ihn wieder erkannt. Dann las ich was auf der Tafel stand. Der junge Vater hatte die Tafel zur Erinnerung an seine Frau in der Kirche anbringen lassen. Die war im Alter von 18 Jahren bei der Geburt Ihres ersten Sohnes gestorben. Trotz der Hitze begann ich zu frösteln. Mir dämmerte, dass ich kurz zuvor eben die Geburt des Kindes und das Sterben der jungen Mutter, dort auf diesem mystischen Friedhof, erlebt hatte. Noch heute kriege ich eine Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie völlig sicher ich mir war, dass die Frau gerade mal 18 war. Wie deutlich ich das Gesicht des Mannes gesehen hatte, sodass ich ihn in der Kirche sofort wieder erkannte.

PS: Melakka wird in den Weltkarten als Malakka benannt. Die Einheimischen jedoch benutzen den Namen Melakka, auch auf ihren Postkarten.

 

12.01.2006© Steffi Melakka alle Rechte vorbehalten. Alle Artikel, Gedichte und Bilder unterliegen dem Urheberrecht Veröffentlichung, Druck, Zitate nur nach vorheriger Genehmigung, ausschließlich über Steffi Melakka. Hinweise dazu finden sie im Impressum

Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 25.02.2006