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Es menschelt...

Immer und überall. So auch bei mir. Lesen Sie Geschichten, Gedichte und Kurioses. Mal traurig oder kritisch, dann wieder spitzbübisch und lächelnd. Nachdenkliches und Komisches.

Wundern Sie sich nicht, mehrere meiner Gedichte sind in schwäbisch-bayrischer Mundart geschrieben, eben genau so, wie ich spreche und denke. :-)

Viel Freude beim lesen und gute Unterhaltung

In diesem Bereich finden Sie:

Gedichte Geschichten Sören Kenunkel
der Mann für alle Fälle
  Weihnachten 2005 Der Arzt den die Frauen verhauen? Endlich Urlaub
  Ehrenamt "Du bist Deutschland" - Verzichtserklärung Jagd auf Sören
  Schwierige Gruppenleiter Vogelgrippe oder die Moral der Angst
          dazu ein Leserbrief von Sissi
Sören sieht fern
  Balinger Sauen treiben Familienmanagerin - Mogelpackung?  
     
     

 

 

Geschichten wie im richtigen Leben

 

Prof. Dr. Gnädig – der Arzt dem die Frauen vertrauen

Oder Dornröschen ist geheilt

Eine Erkältung hatte mich erwischt. Ganz normal, nichts Großartiges. Jedenfalls dachte ich dass.  Doch es verschlimmerte sich. Irgendwann hatte ich Mühe zu atmen. Ein Arzt musste her, damit das Pfeifen in den Bronchien wieder aufhört. Mein allerliebster Ehemann rief den Wochenende Arztnotdienst an. Doch dort traute man der Sache nicht und sie schickten mir einen Notarzt, der auch mit Blaulicht kam. Was dann geschah habe ich nur aus der Entfernung mitbekommen. Infusion, Spritzen, Medikamente zum Inhalieren und der Transport in die Klinik – alles weit weg. Ich war einzig damit beschäftigt, Luft zu holen. 

In der Klinik Notaufnahme. Noch mehr Medikamente. Eine junge Ärztin betreute mich, bzw. schaute kurz nach mir. Die Lunge wurde geröntgt. Anschließend schoben sie mich auf die Intensivstation. Das alles lief ganz am Rande meines Auffassungsvermögens. Ich saß im Bett, ohne darüber nachzudenken, ohne mich aufzuregen – fern von mir, als wäre es ein Film. 

Einen Tag hing ich da, sitzend im Bett, einzig darauf konzentriert zu Atmen. Ich  lies geschehen, bekam wenig mit. Am zweiten Tag kehrte langsam mein Verstand zurück. Ich pfiff immer noch und fühlte mich alles andere als gut. Doch ich konnte wieder annähernd denken, war bei mir. Deshalb wartete ich gespannt auf die Visite. Denn was genau mir fehlte, wusste ich ja nicht. Hatte nur so Bruchstücke aufgenommen, mehr wie die Fetzen eines Traums, keine realen Auskünfte, denn direkt mit mir hatte bis dahin noch kein Arzt gesprochen. Ich wurde versorgt, lies das auch zu, ohne zu wissen was, wie und warum.

Die Visite kam, es waren 6 Männer und eine Frau im Gefolge des Hr. Professors. Sie standen am Fußende meines Bettes und tuschelten miteinander. Matt und keuchend fragte ich leise, denn für laute Töne hätte mein Atem nicht gereicht: „Bitte, was fehlt mir“. Der ältliche Herr Professor in weiß, kam auch sofort an meine Seite, tätschelte meine Hand. Ich schmolz dahin, ob dieser Fürsorge. Ein Professor tätschelte mir, kleinen, gewöhnlichen, keuchenden Frau liebevoll die Hand. Dabei drehte er sich nach seinem Tross um und sagte: „Der geben wir noch zusätzlich eine Ampulle Atosil. Die ist doch sehr aufgeregt.“ Und über mein Bett hinweg, ohne mich anzusehen: „Da geben wir ihr was, dann wird sie wieder ruhiger.“  Ach, so hingebungsvolle Worte. Ich fühlte mich getragen ob dieser männlich zärtlichen Zuwendung.  

Der Professor stand von meinem Bett auf und der ganze Tross setzte sich in Bewegung, um am Bett neben mir mit einem Patienten zu sprechen, der nur zum Aufwachen nach einer Kurznarkose in einen Raum mit mir geschoben wurde und auch schon wach war und jammerte. 

Und ich? Ja ich lag verzückt und glücklich, dass mir ein echter Professor die Hand getätschelt hatte. Sich auch noch sorgte, dass ich ruhig wurde. Das was ich immer schon in der Schwarzmoor Klinik gesehen hatte, diese Hingabe des Arztes, dieses Mitgefühl und dieser meine Weiblichkeit hinraffende Schuss ärztlich männlicher Erotik……

! STOPP !!!!!

Ab hier ist Schluss mit dem triefenden Arztserien – Romantik- Image einer Schwarzmoor Klinik. Denn ich schmolz nicht dahin. Ich wollte nicht mit schmierigem Streicheln abgefertigt werden.  

Dieser Professor hatte mich zwar berührt – wie er meinte voller Zuwendung und so wie es weibliche Patienten eben gerne wollen – doch  ohne das Wort an mich zu richten. Als hätten die mich gar nicht wahrgenommen, so kam ich mir vor.  

Deshalb ist diese Szene auch nicht ganz so abgelaufen wie die im Fernsehen immer gezeigten. Denn dass gefiel mir ganz und gar nicht. Ich wollte endlich wissen, was los war mit mir. So bat ich den Hr. Professor, als er unten an meinem Bett stand und mit seinem Tross konferierte,  ganz freundlich, doch so nett zu sein, lauter zu reden. Statt über mich doch bitte mit mir. Da ich gerne wissen möchte, was mir fehlt.

Der ältliche Herr in weiß kam auch sofort an meine Seite, tätschelte meine Hand. Ausgerechnet die Hand, in der die Infusionsnadel steckte, was mir nicht gerade sehr gut tat. Mit einem „ach Du kleines Dummchen“ Lächeln schaute er auf mich herab, drehte sich wieder seinem Tross zu und sagte: „Der Frau Melakka geben wir noch eine zusätzliche Ampulle Atosil. Die ist doch sehr aufgeregt“ und so über mein Bett hinweg. „Die bekommt noch was, dann wird sie wieder ruhiger.“  

Ja war denn das zu fassen?  Ich WAR ruhig. Wollte keine Beruhigungsmittel oder Psychopharmaka! Ich wollte wissen was mir fehlte und NUR das.  Keine feuchte schwammige Hand, die auf der Infusionsnadel herumtrommelte. Kein über mich hinweg sprechen. Kein mich nicht anschauen und keine Bezeichnung als „die“ und „der“. 

Ich kam mir vor wie ein Objekt. Ein „etwas“, dass es galt ruhig zu stellen. Auf meine nochmalige, freundliche Bitte: „Bitte reden sie mit mir und nicht über mich. Sagen sie mir, was mir fehlt.“ Wurde sofort der Pfleger losgeschickt, das Beruhigungsmittel auf der Stelle  zu holen und mir zu verabreichen. Während sich der Professorentross weiter zum zweiten Bett bewegte.  

Dort nahm sich der Herr Professor sehr viel Zeit und erklärte dem dort jammernden Mann, noch mal und noch mal, dass dieser eine Kurznarkose bekommen hätte, um dann seine ausgekugelte Schulter wieder einzurenken. DASS wusste dieser Mann schon vorher, von Anfang an als er in die Klinik kam. Er lag „nur“ zur Überwachung dort in der Intensivstation, weil er bestimmte Medikamente nehmen musste und die Ärzte beobachten wollten, dass es keine Nebenwirkungen der Narkose gab. Er durfte nach der Visite die Klinik wieder verlassen. – Doch bei ihm standen sie. Diskutierten, erklärten – immer und immer wieder, dass eben die Schulter eingerenkt wurde, weil sie ausgerenkt war…… 

Anmerken brauche ich wohl nicht, dass dieser Pfleger im Laufschritt zu mir kam und mir diese Psychopharmaka verabreicht hat. Und das gegen meinen ausdrücklichen Willen. Was mich jedoch ganz aus der Fassung brachte war sein Satz, den er mir sagte, als ich ihn aufforderte, mir das Mittel nicht zu geben: „Wir geben dass automatisch allen weiblichen Patientinnen der Intensivstation. Der Herr Professor will das so, weil sich Frauen immer so aufregen, wenn sie auf Intensiv kommen.“ 

Das machte mich sprachlos. Zum einen war ich überhaupt nicht aufgeregt. Nein, nicht mal in der Lage für große Emotionen. Zum anderen war ich Zeugin geworden wie dämlich sich dieser Mann im Bett neben mir aufgeführt hat. Wie hysterisch und panisch – obwohl er, nachdem er richtig wach geworden war, wieder gehen durfte.  

Hilflos war ich gegen die Psychopharmaka, denn ich bekam sie einfach verabreicht. Trotz meiner Aufforderung mir das nicht zu spritzen. Hilflos war ich gegen das gleiche Verhalten am nächsten Tag bei der Visite. Immer noch nicht in der Lage für Emotionen, nicht mal Wut oder Zorn. Nur zur Kenntnis konnte ich diesen Sexismus nehmen. Automatisch bekam ich ein Medikament, nur weil ich eine Frau war. Nur weil der Herr Professor das so wollte – weil eben alle Frauen so sind. Ebenso wie ich verinnerlichte, dass kein Arzt mich diese Tage auf der Intensivstation untersucht hat. Sie machten sich diese Mühe nicht. Mussten dass ihrer Ansicht nach auch nicht, denn Mann hörte mich keuchen. Um Luft ringen. Da war es anscheinend nicht nötig, mal die Lunge abzuhören. Oder mir gar Auskunft zu geben, was mir fehlte. SIE wussten dass ja automatisch. 

Da hat es mich ganz und gar nicht mehr gewundert, dass ich, als ich dann endlich diese Stätte der Vorurteile und Ignoranz und der sozialen Inkompetenz, verlassen konnte, im Flur vom Arzt der mir zugedachten Station, empfangen wurde. Das heißt, empfangen hat er mich nicht. Die Schwestern schoben mich im Bett an ihm vorbei. Er grüßte mich nicht, schaute mich nicht mal an. Redete über das Bett hinweg zu den Schwestern: „Ah ja, das ist DIE. Der geben wir diese und diese Medikamente. Ich werde später mal bei der vorbei schauen.“  

Kaum im Zimmer hab ich mir die Infusionsnadel gezogen. Durch zweimaliges Beklopfen des Herrn Professors hatte die eh schon gebrannt und geschmerzt und meine Hand war an der Einstichstelle angeschwollen und blau verfärbt. Dann bin ich ins Bad gegangen, hab mich angezogen und diese Klinik fluchtartig verlassen. Keuchend und pfeifend und jeden Augenblick befürchtend ich würde ersticken.  

Daheim rief ich dann meinen Hausarzt. Der hat mich zwar gescholten, ich hätte bleiben sollen. Doch dann hat er mich ganz normal behandelt. Mir erklärt was mir fehlte und welche und wie ich die Medikamente zu nehmen habe Ohne Psychopharmaka und ohne weiblichen Automatismus. Einfach menschlich und korrekt.

Mehr als lächerlich fand ich es schon, dass der Stationsarzt sich mit meinem Mann in Verbindung gesetzt hat und ihm gesagt: „Also das geht nicht, was ihre Frau da gemacht hat. Die soll sofort wieder in die Klinik kommen. Sagen sie ihr das. Erst lässt sie sich wieder aufpäppeln und dann, wenn wir auch noch was davon hätten (er meinte damit die Belegungskosten für das Bett) verschwindet sie einfach. So geht das nicht. Schicken Sie ihre Frau augenblicklich wieder in unsere Klinik“  

Sowohl in meinem Impfpass als auch in meinem Allergiepass liegt seit dem eine persönliche Verfügung von mir: Keinesfalls und unter keinen noch so dringenden Umständen möchte ich noch einmal in diese Klinik eingeliefert werden.  

Tja und überlegen werde ich mir, ob ich den Titel dieser Geschichte nicht umändern soll: Professor Dr. Soziale Inkompetenz – der Arzt den die Frauen verhauen (sollten). Noch Fragen?!

Verzichtserklärung

Hiermit erkläre ich, Steffi Melakka, meinen umfassenden, unverzüglichen und endgültigen Verzicht darauf, „Du bist Deutschland“ zu sein!

Die Gründe dieser Erklärung:

 

  • Ich möchte kein Land sein, sondern ein MENSCH!
  • Ich möchte nicht öffentlich in den Medien von wildfremden Menschen oder von einer Kampagne geduzt werden.
  • Ich möchte in kein Land sein, das gegen den Grundsatz „Vor dem Gesetz sind alle gleich“ verstößt. Als Beispiel: Duze ich oder sie einen Polizeibeamten gibt’s Strafe – tut das ein Prominenter gibt’s Freispruch – weil er das eben mit allen tut.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem junge Menschen im Fernsehen gedemütigt werden wie bei Starsuchsendungen oder ähnlichem. Auch nicht in dem Voyeure vor der Glotze sich auch noch daran ergötzen.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem uns so eine doofe Kampagne auch noch als positiv verkauft wird.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem behauptet wird, dass Menschen sich von so einer billigen Propaganda auch noch angesprochen und gut fühlen
  • Ich möchte kein Land sein, in dem für so was Geld ausgegeben wird, doch Ärmere Menschen in ständiger Angst leben müssen, Wohnung, Strom und Achtung zu verlieren – denn würde dieses Geld diesen Menschen zur Verfügung gestellt, wäre Deutschland froher, entspannter und die Menschen würden näher zusammenrücken.
  • Ich möchte keine Land sein, dass diese Propaganda auch noch von Unternehmen bezahlen lässt, die ihre Arbeitsplätze gewinnbringend ins Ausland verlagern und dann die „glücklichen Du bist Deutschland für dumm verkauften“ durch hohe Preise, ganz so als wäre im eigenen Land produziert, abzocken.
  • Ich möchte kein Land sein, das es zulässt, dass Manager und Abteilungsleiter eben solcher Firmen Prämien für jeden entlassenen Mitarbeiter bekommen.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem gejammert wird, wir haben zu wenig Kinder, brauchen mehr um die Renten zu sichern – das dann nicht einmal genug Ausbildungsplätze für diese zur Rentensicherung degradierten jungen Menschen hat.
  • Ich möchte kein Land sein, das hauptamtliche Steuererfinder hat und im Anschluss denen die eben ihre Erfinderarbeitsplätze finanzieren immer tiefer in die Tasche greifen.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem Beratungsstellen immer mehr Gelder gestrichen werden.
  • Ich möchte kein Land sein, wo Täter mehr Schutz und Zuwendung genießen als deren Opfer.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem Menschen hungern und frieren.
  • Ich möchte kein Land sein, in dem jedem Arbeitnehmer bei gravierenden Fehlern ohne Gehaltsanspruch sofort gekündigt wird, Politiker aber mit fetten Pensionen und Manager mit fetter Abfindung heimgehen.

 

NEIN danke – dass Alles möchte ich nicht. Ich möchte deutsche Staatsbürgerin sein. Ein Mensch, menschlich, achtsam und hilfsbereit. Als Solche möchte ich allerdings auch geachtet werden. Ich möchte keine kollektive Verarschung von oben herab. Und letztendlich möchte ich, dass denen die Hilfe leisten – und zwar den Menschen die diesen ganzen Schwachsinn finanzieren – dass diese Menschen ausreichend honoriert werden. Dass nicht bestens ausgebildete, vor Ort arbeitende HelferInnen  ebenfalls in die Armut gezwungen werden. 

 

Dann würde Deutschland zufrieden, einig und gerecht. Dann wäre ein echter Ruck durchs Volk da. Freude und Einigkeit und nicht künstlich erzeugte Pseudoharmonie. Kein Gebetsmühlen artiges Vorleiern einer mehr als oberflächlichen Harmonie und eines Glücksgefühls dass jeder Harz IV Empfänger, jeder junge Mensch ohne Ausbildungsplatz, jeder Rentner am Existenzminimum und ohne Zähne, jeder Kranke der sich den Gang zum Arzt nicht leisten kann, jeder „Normalverdienende“ Brillenträger,  jedes Gewaltopfer ohne Zuwendung, jeder frierende und hungernde Mensch in Deutschland, jede/r SozialarbeiterIn die aus Einsparungsgründen entlassen wurden, wohl mehr als lächerlich finden wird.

Vogelgrippe oder die Moral der Angst?

 

Da sah ich einen Bericht, dass im Internet Schutzsets und andere läppische Dinge gegen die Vogelgrippe angeboten werden und auch rege Absatz finden. Selbstverständlich für teure Euro. Medikamente wie „Tamiflu“ werden zu Schwarzmarktpreisen ersteigert. Das Geschäft boomt. Die Käufer ?! Ja was sind das für Menschen? 

Überängstliche? Sicher sind da viele dabei. Leute die gerne Panik machen und/oder sich gerne Panik hingeben. Weil sonst nichts im Leben passiert oder weil Sie sonst mal mit sich konfrontiert werden würden, wenn es nicht gerade gilt, sich gegen Bedrohungen, welcher Art auch immer, zur Wehr zu setzen.

 Es sind allerdings auch diejenigen, die ohne Kondom herumvögeln. Trotz Aids. Diese Seuche, die jeden Tag weltweit Opfer fordert, da schützen sie sich nicht. Auch nicht Andere, z.B. Ihre PartnerInnen die sie danach beglücken. Es schert Sie keinen Teufel. Sie genießen es, Minderjährige zu missbrauchen oder Frauen die zwangsweise der Prostitution nachgehen müssen. Ganz im Gegenteil. Sie legen noch ein Scheinchen drauf – weil sie’s ohne geiler finden. Ein paar Cent für den Schutz – zuviel. Und die bieten dann bei Vogelgrippeschutz Höchstpreise.

 Die kaufen Vogelgrippeschutzsets, die jedes Jahr nach Thailand fliegen, um dort Kinder und Frauen zu missbrauchen. Die dann heimkommen und prahlen, was sie doch für tolle starke Kerle sind.

 Da „schützen“ sich Menschen vor Vogelgrippe, die noch nicht sehr viele Menschenopfer gefordert hat. Um nicht missverstanden zu werden, jeder Mensch der durch so was stirbt ist einer zuviel. Doch man schützt sich mit viel Geld. Und hat keinen Cent übrig, für diejenigen, die sterben weil sie verhungern. Die sind ja weit weg und fallen nicht vom Himmel – vielleicht sogar in den eigenen Vorgarten.  

Würde anstatt einem Menschen der verhungert eine Schüssel in jeden Garten fallen, drohen damit, evtl. sogar jemand auf den Kopf zu fallen, drohen damit, wer immer so eine Schüssel im Garten hat, der würde auch Hungers sterben – wir hätten innerhalb von drei Monaten keinen einzigen hungernden Menschen mehr auf der Welt. 

Die kaufen Vogelgrippeschutzsets, die mit ihren Katzen und Hunden zum Einschläfern gehen. Könnten diese, vorher geherzten Tierle nicht heimtückisch diesen Virus ins Haus bringen. Man wirft sie weg – zum eigenen Schutz – ist die Gefahr vorüber holt man sich halt ein Neues Herztier.  

Die kaufen Vogelgrippeschutzsets, die weghören können, wenn der Nachbar seine Kinder misshandelt. Die, wie bei dem kleinen Jungen geschehen, sogar bei Behörden arbeiten und nicht mehr zur Kontrolle hingehen, weil sie beschimpft werden. Lieber die Kinder als ich.  

Da überlege ich mir, wo sind die Schutzsets gegen solche Menschen? Gegen diese Moral? Welche Firma hat ein Mittel dagegen auf dem Markt. Ich würde mit bieten.

 

An dieser Stelle möchte ich einen Leserbrief veröffentlichen, der mich sehr beeindruckt hat. Auch Ihr Brief ist willkommen und ich weite das gerne aus

Leserbrief von Sissi:

Liebe Steffi,
 
da hast du ein Thema aufgegriffen, das mein Gemüt seit einiger Zeit erhitzt hat. Hier rennst du bei mir offene Türen und Fenster ein.
 
Dieses Thema entbehrt jeder Logik. Die tote Ente hunderte Kilometer entfernt, die vielleicht unter Umständen eventuell das Virus in sich bergen könnte, das dann wiederum eventuell vielleicht unter Umständen in einigen Monaten oder Jahren eventuell eine Epidemie oder sogar eine Pandemie auslösen könnte, wenn eventuell vielleicht unter Umständen das Virus mutiert. Tja genau wegen dieser toten Ente muss ich Angst haben, Geld ausgeben, für Medikamente, die im Falle des Falles vielleicht eventuell dann wirken oder aber auch nicht. Mich fusselig diskutieren und Panik und Hysterie verbreiten. Aber was geht mich mein Nachbar an, der gerade nichts zu essen hat, was gehen mich die Kinder an, die leiden, was geht mich der Mensch ein paar hundert Kilometer an, die in Krieg und in wirklicher Angst leben. Wie viel Energie und Gedanken verwende ich hierfür?
 
Ich bin da voll und ganz deiner Meinung. Nur bei einer Logik bin ich mir nicht ganz so sicher, ob die stimmt. Insbesondere in dem Absatz wo du beschreibst, ob es denn noch Hungernde gäbe, wenn eine leere Schüssel in den Vorgarten fiele, und bei diesem Menschen, dem das passiert, droht ebenfalls eine Hungersnot.
 
Analog zur Vogelgrippe würde das aber bedeuten, dass er nicht die Schüssel des Hungernden füllen würde, sondern den Menschen umbringen würde. So wie es mit den vielen Tieren, die eine potentielle Bedrohung darstellen, geschieht.
 
Ich glaube nämlich nicht, dass der Mensch dann zu so einer großzügigen Tat im Stande wäre den Hunger aus der Welt zu schaffen, sondern eher zu solchen Mitteln greift. Vielleicht sehe ich ja nur zu schwarz, aber in diese Richtung habe ich keine Hoffnung.
 
Das Thema ist für mich ohnehin ein rotes Tuch.
 
So nun hab ich mich auch aufgeregt und werd es sicherlich auch noch weiter machen.
 
Für heute mach ich aber eine Pause,
 

Herzliche Grüße

Sissi

Familienmanagerin, Mogelpackung -Werbegag oder Herabwürdigung?


Wir alle kennen sie – die Werbung an deren Ende kommt: „Kurz gesagt, ich führe ein sehr erfolgreiches, kleines Familienunternehmen.“ Dabei sitzt die attraktive und aktive Frau einem Herrn gegenüber. Wo kann ich nicht genau sagen. Ist es in einer Bank oder ist es in der Personalabteilung.

Vorher konnten wir uns durch Einblendungen überzeugen unter was für noch so widrigen Umständen diese Frau, natürlich mit Hilfe der Gerätschaften die diese Firma vertreibt, alles locker und lässig im Griff hat. Bügeln, mixen, saugen, Recht sprechen, kochen – kein Problem – die Frau erledigt das locker und lächelnd. Kurz, die perfekte Hausfrau und Mutter.

Ist das der Alltag der Hausfrau? Sehen so die Szenen aus, denen wir wirklich täglich ausgesetzt sind? Fragen wir da lieber nicht nach. Denn wir Hausfrauen wissen, dass es nicht so ist und nie so sein wird. Und doch ...

Immer mehr benutzen nun zur Definition ihrer Tätigkeit diesen Ausdruck: Familienmanagerin. Dabei stehen die Manager doch eigentlich gar nicht gut da. Vom Ruf her. „Nieten in Nadelstreifen“ heißt sogar ein Buch über die Zunft der Manager. Pleiten die unter ihrer Führung gemacht wurden, tausende von Arbeitslosen, Schäden in Milliardenhöhe für Anleger. Dabei haben die Herren Manager ihre eigenen Schäfchen im Trockenen. Millionenabfindungen, Beraterjobs, Jahrespensionen die einer ihrer Arbeiter nicht mal in 10 Jahren an Arbeitslohn bekommt.

Entspricht eine Hausfrau diesem Bild? Handelt sie in diesem Umfang eigen orientiert?

Oder der Manager, der delegiert? Wie passt das zur Hausfrau, die sich Tag und Nacht abrackert. Ihre Kinder oft verwöhnt im Hotel Mama und selber keine Freizeit und Freiheit hat. Die ständig für alles und jeden verantwortlich gemacht wird und sich selber verantwortlich macht. Die auch noch volle Leistung bringt, wenn sie krank und schwach ist. Die ständig ein schlechtes Gewissen hat, nicht alles geschafft zu haben – und dann auch noch hört: „Du hast es ja gut, musst nicht arbeiten gehen.“

Und was geht in der Hausfrau vor, die sich Managerin nennt. Spurt sie fortan noch besser. Denn sie möchte ja ganz und gar dem Werbebild dieser souveränen Managerin entsprechen. Und das Umfeld, andere Frauen die vielleicht nur „Verkäuferin“ sind, oder Friseurin? Schauen die dann nicht neidvoll auf diese Managerin – um ja jeden kleinen Fehler zu registrieren. Was unter Frauen dann ja wohl bedeutet: Die Fenster müssen noch mehr glänzen, die Wäsche noch sauberer strahlen, das Essen ein drei Sterne Dinner sein. Und wehe wenn nicht, dann fällt Volkes ( also der nicht Managerinnen) Zorn über die Frau her. Schmutzig ist sie, faul, unfähig – alles wie auch schon bei der „Nur-Hausfrau“ bekannt. Nur eben unter hochwertigem Namen.

Die eigenen Kinder und der Ehemann, haben die sofort mehr Respekt, wenn sich Frau dann Familienmanagerin nennt? Oder wird für sie die Mutter noch unglaubwürdiger, noch weniger ernst genommen, weil sie noch mehr leistet, noch weniger fordert – und sich dafür nur mehr nennt.

Ist also dieser Neu-deutsche Werbename ein Schwindel? Ein vorgaukeln falscher Tatsachen? Vielleicht sogar ein auf die Schippe nehmen und degradieren der normalen Hausfrau? Greift da das gleiche System wie in Firmen – man kann niemand besser ad absurdum führen und der Lächerlichkeit preis geben, als ihn in eine Postion zu erheben, die er gar nicht ausfüllen kann. „Befördern“ in einen höheren Rang – nur um ihm dann beweisen zu können, dass er dem nicht gewachsen ist – und somit wegen Unfähigkeit entlassen?

Keine Sorge, niemand wird eine willige und billige Hausfrau entlassen. Doch viele Frauen damit einer gewissen Herabwürdigung preis zu geben – das wird sicherlich gelingen. Frauen noch mehr diesem gegenseitigen Konkurrenzkampf auszusetzen, das wird auch gelingen.
Doch kommen wir zurück zu der Ausgangsszene. Frau hat ihren Spruch vom erfolgreichen kleinen Familienunternehmen aufgesagt. - Dann kommt in der Werbung, mit Blick auf den verdutzt guckenden Herrn gegenüber der Schnitt. Aus – fertig – in der Werbung. Doch wie schaut es dann im wahren Leben aus?

Ist die Szene in einer Bank, so wird dieser irritierte Herr nach kurzer Denkpause, mit einem gemeinen Lächeln im Gesicht sagen: „Ja dann bitte ich Sie, mir die Bilanzen des letzten Jahres vorzulegen.“ Und so wechselt dann dieser irritierte Gesichtsausdruck von dem Herrn zu der Dame. Ich möchte nicht wissen, wie diese dann stottert. Oder wie sie ebenso wie vorher bei der Darstellung ihres Tätigkeitsfeldes, selbstsicher und stark ihr Haushaltsbuch vor den Herrn auf den Tisch legt und ihm erläutert: ich bekomme 400 Euro Haushaltsgeld für 4 Personen monatlich. Davon gehen weg.............. Und wie der Herr dann von oben herab lächelt: „Kredit – Sie haben doch keinerlei Sicherheiten.......schicken Sie doch bitte beim nächsten Mal gleich ihren Mann vorbei.“

Oder in der Personalabteilung, der Herr sagt: „Dann hätte ich gerne ihre Referenzen.“ „WAS?! Hausfrau? Das geht nicht, sie könnten ja ausfallen wenn die Kinder krank sind. Und sie sind viel zu lange aus dem Beruf....leider können wir sie nicht einmal für die kleinste Tätigkeit einstellen, denn wir brauchen jemand verlässlichen.“

Kein Kredit, keine Arbeit – für eine Managerin – ja wo sind wir denn da? Doch alles nur gemogelt?? Und mal ehrlich, liebe Hausfrau, fühlen wir uns wirklich besser mit einem Titel – der nichts wert ist. Und brauchen wir es wirklich, uns im Perfekt sein zu übertrumpfen? Müssen wir uns gefallen lassen, nie mehr Fehler machen zu dürfen? Mensch und Hausfrau, es ist doch viel wichtiger was drin ist und nicht was drauf steht. Und haben wir nicht mehr drauf, als uns einen Namen durch die Werbung auf bürden zu lassen – der unserer Leistung gar nicht gerecht wird. Tja und dann – würde uns das Haushaltsgeld doch sowieso nicht reichen, um die ganzen notwendigen Gerätschaften dieser Firma einzukaufen, damit wir auch lächelnd über dem täglichen Chaos stehen können.

Ha, und schon können wir das menschelnde und menschliche „einen Fehler“ machen prima entschuldigen: „Wir wären perfekt – wenn wir das Geld zum kaufen der erfolgreich-mach Geräte hätten“ - denn ich bin mir sicher, bei Anfrage ob wir bei dieser Firma auf Raten kaufen können, so als Familienmanagerin, würden die antworten: „Ja gerne – doch dazu benötigen wir die Unterschrift des Verdieners in der Familie“......

Letzendlich wurde diese Werbung - von einem Werbemanager kreiert. Und sooo gut ist die ja nun wirklich nicht. Außer Manager legt es darauf an, die Hausfrauen auf den Arm zu nehmen. Also ehrlich, da bin ich dann doch lieber Hausfrau mit Herz und Kittelschürze, habe Ahnung von dem was ich tu und muss nicht perfekt sein - also Niete in Nadelstreifen, Manager mit Gewinnmaximierungspsychose, der sich was vor macht und das bei mir auch noch versucht.
@ Steffi Melakka 30.08.2007
 

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Diese Seite wurde zuletzt aktualisiert am 03.09.2007